Seit ich fotografiere besuche ich regelmäßig Zoos. Zuerst konzentrierte ich mich dabei selbstverständlich auf die Tiere. Doch seit Beginn meines Studiums und vor allem durch ein Seminar, welches sich 2017 insbesondere mit dem Thema Zoo und dessen Bebilderung auseinandersetzte, liegt mein Fokus vielmehr auf der Umgebung. Die Raumerfahrung innerhalb von Zoos, welche aus Szenerien besteht, die scheinbar um die Tiere herum konstruiert werden, ist absolut einmalig. Es ist ein angelegter Ort, der zwar Natur darstellt, dies jedoch scheinbar in keiner Weise ernsthaft versucht. In meinen Augen ist es fast so, als würden sich diese Strukturen selbst nicht so ernst nehmen, gar fast in Form einer Parodie auftreten. Dabei stellt sich mir die Frage, wem diese Natur nun vorgegaukelt werden soll, den Tieren oder den Besucher:innen?
Ich besuchte in den letzten Jahren einige Zoos innerhalb des Ruhrgebiets. Noch bin ich dabei mit kleinen Kameras unterwegs, um mobil zu bleiben, Mitreisende nicht unnötig zu strapazieren und weniger Aufmerksamkeit zu erregen. Ein kleiner Teil meiner Zoo-Aufnahmen ist zudem in meinem Buch Mute erschienen, doch ich möchte aus diesen Bildern ein eigenständiges Projekt machen und dem daraus entstehenden Werk ein eigenes Buch widmen. Im letzten Jahr ist dieses Projekt zum Stillstand gekommen, da aufgrund der Corona-Pandemie die Zoos geschlossen blieben. Ich könnte mir vorstellen in Zukunft den Besucherinnen und Besuchern in den Bildern etwas mehr Gewicht zu geben. Damit wird der Zoo zu einer Bühne, auf der Mensch und Tier aufeinandertreffen.
Auch der Einsatz größerer Kameras und weiterer Bildwinkel können einen Versuch wert sein, denn bisher habe ich nur auf meine gewöhnliche Abbildungsweise zurückgegriffen, die auf eine Verdichtung des Raumes mit lockerer Struktur während der Fotografie setzt.
Letztendlich geht es darum, die beste Lösung für die Visualisierung der eigenen Sichtweisen und Gedankengänge zu finden. Das liegt, zumindest mir, nicht sofort auf der Hand und benötigt einiges an Zeit und Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Sujet. Mir ist es wichtig viel zu experimentieren, da die adäquate Lösung unter Umständen außerhalb der gewöhnlich genutzten Methoden liegt.
Wie sieht eure Meinung über Zoos im Allgemeinen aus? Habt ihr euch schon mal Gedanken über die Gestaltung von Zoos gemacht? Ich freue mich über jeden Kontakt und jeden Gedankenaustausch! Bitte fühlt euch herzlich dazu eingeladen einen Kommentar zu verfassen, meinen Blog zu teilen oder mir direkt persönlich zu schreiben!
–Kersten

Die Fotografien auf dieser Seite sind als einzelne Werke zu verstehen und sind nicht zwingend in Reihenfolge oder Darstellung als meine finale Idee zu betrachten. Auch wenn diese Aufnahmen in Zukunft ein zusammengehöriges Werk bilden können, dient die hier gezeigte Form nur als informelle Vorabpräsentation. Für die Erstellung meiner Texte bin ich selbst verantwortlich. Ich nutze künstliche Intelligenz lediglich für Recherchen, zur Reflexion und als Korrektorat. Das ist mir wichtig, da ich mit den Texten auch einen Teil meiner Persönlichkeit zum Ausdruck bringen möchte. So gut ich versuche meine Artikel auf Basis fundierter Sachlagen aufzubauen, kann ich nicht uneingeschränkt für die allgemeine Gültigkeit meiner Aussagen bürgen. Zudem spiegelt manches von dem hier veröffentlichten meine persönliche Ansicht wider, was ich jedoch deutlich zu markieren versuche, sofern der Fall innerhalb einer meiner Publikationen eintritt. Diese subjektive Perspektive kann sich im Laufe der Zeit ändern und muss nicht zwangsläufig meiner aktuellen Meinung entsprechen.
Ich bin Kersten Glaser, Jahrgang 1992 und komme aus Bergkamen. Fotografie ist mein Beruf und meine Leidenschaft, doch ich setzte mich ebenfalls mit dem künstlerischen Potenzial anderer Medien auseinander und habe Freude daran, mein Wissen mit anderen zu teilen. Seit 2015 bin ich gelernter Fotograf. Aktuell studiere ich die Fotografie an der Fachhochschule Dortmund.